Die richtige Positionierung finden
Deine Tiefe ist deine Handschrift
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In der Mode
erkennt man große Designer:innen an ihrer Handschrift, lange bevor man auf das Etikett schaut. Es ist die Art, wie eine Schulter fällt oder ein Detail bewusst weggelassen wird. Diese Handschrift macht sie unverwechselbar, und sie ist selten das Ergebnis einer Marktanalyse.
WENN ES UM DIE EIGENE POSITIONIERUNG GEHT,
fühlt sich das für viele Expertinnen ganz anders an. Positionierung klingt nach Schublade und nach einem Etikett, das all das abschneidet, was dich ausmacht. Gerade wenn du in deinem Fach tiefer blickst, wirkt die Aufforderung, dich auf eine Sache zu reduzieren, fast wie ein Verrat an deiner Arbeit.
Dabei ist deine Tiefe genau das, woran man dich erkennen wird. Sie ist deine Handschrift, und eine gute Positionierung macht sie sichtbar.
WAS IST POSITIONIERUNG?
Positionierung ist die Entscheidung, wofür du im Markt stehst und für wen du da bist, so klar, dass die richtigen Menschen dich wiedererkennen. Sie übersetzt deine Essenz nach außen und gibt deiner Personal Brand ihre Silhouette.
Damit ist sie der zweite Schritt nach der Klarheit über deine Identität, wie ich ihn im Artikel über Klarheit im Business beschrieben habe. Erst wenn du weißt, wer du in deiner Arbeit bist, kannst du entscheiden, wie andere dich sehen sollen.
Gängige Ratschläge engen dich ein
Wenn sich Positionierung wie eine Schublade anfühlt
Wer sich mit Positionierung beschäftigt, hört fast immer denselben Rat: Suche dir eine Nische und konzentriere dich auf ein Problem.
Das klingt logisch, doch wenn deine Arbeit mehrere Themen miteinander verbindet, fühlt sich dieser Rat an wie ein Kleid, das eine Nummer zu klein ist. Du hast den Eindruck, einen großen Teil von dem weglassen zu müssen, was deine Arbeit wertvoll macht.
Viele Expertinnen legen sich deshalb lieber gar nicht fest und beschreiben ihr Angebot so offen, dass es für möglichst viele passt. „Ich bin für alle da“ fühlt sich großzügig an, hat aber einen Haken: Niemand fühlt sich direkt angesprochen. Die Menschen, die du eigentlich erreichen willst, erkennen sich nicht wieder und scrollen weiter.
Zurück bleibt oft die Sorge, dass es für deine Art zu arbeiten keine passende Positionierung gibt und du dich verbiegen müsstest, um gefunden zu werden.
Wie aus deiner Essenz deine richtige Positionierung wird
In fast jedem Gespräch über Positionierung fallen früh zwei Fragen: Was ist dein Thema und wen willst du erreichen? Beide sind berechtigt. Getragen wird eine Positionierung jedoch von etwas, das eine Ebene tiefer liegt, von deiner Essenz.
Sie zeigt sich in deinem tiefsten Sein. Wer du bist, was dich ausmacht und was davon dein Business beeinflusst. Zum Beispiel in deiner Art, wie du auf dein Fachgebiet schaust oder wie du arbeitest. Fakt ist: Kopieren lässt sie sich natürlich nicht. Und das ist – vor allem – in Zeiten der Künstlichen Intelligenz, dein stärkster Erfolgsgarant.
Das gilt für jeden Beruf. Zwei Coaches können mit derselben Methode arbeiten, zwei Interior Designerinnen dasselbe Wohnzimmer einrichten, und doch spürt man sofort, wer hinter der Arbeit steht und es wird auch in den unterschiedlichen Herangehensweisen oder vielleicht auch Ergebnissen deutlich. Dieses schwer zu benennende Etwas ist ihre Essenz, ihre Signature, und aus ihr entsteht Positionierung.
Auch bei mir kommt die Positionierung aus der Essenz. Mut hat mich mein Leben lang begleitet, deshalb steht er im Mittelpunkt, zusammengefasst in dem Satz: „Erfolg beginnt da, wo du mutig bist.“ Gleichzeitig bin ich selbst feinfühlig und habe das Genki Magazin gegründet, um feinfühligen Menschen eine Bühne zu geben. Aus beidem ist meine heutige Arbeit entstanden. Ich begleite feinsinnige Expertinnen dabei, den Mut aufzubringen, sich selbst wirklich zu begegnen, und mit genau dieser Tiefe sichtbar zu werden.
Zur Positionierung wird die Essenz in dem Moment, in dem sie ausgesprochen wird. Solange sie nur spürbar ist, bleibt sie ein gut gehütetes Geheimnis. Erst wenn sie in Worte gefasst ist, können die Richtigen dich daran erkennen, und dieser Schritt verlangt Mut.
Positionierung oder Nische:
Was ist der Unterschied?
Eine Nische beschreibt einen Ausschnitt des Marktes, also ein Thema oder eine Gruppe von Menschen. Eine Positionierung beschreibt, wofür du in diesem Ausschnitt stehst und woran man dich erkennt.
Eine Nische kann helfen, ersetzt aber keine Positionierung. Du kannst eine sehr genaue Nische haben und trotzdem austauschbar wirken, solange niemand deine Essenz erkennt.
Woran erkennst du eine Positionierung, die zu dir passt?
Eine passende Positionierung erkennst du zuerst an deinem Körpergefühl. Sie sitzt wie ein gut geschnittener Mantel, klar in der Form und trotzdem so weit, dass du dich darin bewegen kannst.
Du kannst sie in einem Satz sagen, ohne dich kleiner zu machen, und du musst sie nicht in jedem Post neu erklären.
Und sie trägt dich auch dann, wenn nicht alle sofort verstehen, was du meinst. Ein Satz, den ich von Frauen in meiner Arbeit höre: „Ich möchte die Energie halten können, wenn mich vielleicht Follower nicht sofort verstehen.“ Eine klare Positionierung ist genau dieser Halt. Sie erlaubt dir, bei dir zu bleiben, während die Richtigen dich finden.
MEIN IMPULS FÜR DICH: Schreib einen Satz über deine Essenz, über das, was du in jedes Projekt mitbringst, ganz gleich, um welches Thema es geht. Ohne Fachbegriffe und ohne Bescheidenheit, so, wie du es einer Freundin erzählen würdest. Wenn dir dieser Satz ein wenig Herzklopfen macht, bist du auf der richtigen Spur.